Brennen, ohne auszubrennen!

Er steht da wo er hingehört... In der Mitte. Es fehlt nur noch das Podestchen!

 

Es gibt Wochen im Jahr, an denen bin ich an derart vielen Orten, dass ich Ende der Woche – manchmal auch am Ende des jeweiligen Tages - kaum noch weiss, wo ich eigentlich überall war.
Dies war so eine Woche.
Heute zum Beispiel fuhr ich ins voralbergische Weiler, um einen meiner Lieferanten näher kennen zu lernen. Im lokalen Rössle (www.roessle.at) assen wir zu Mittag. Und wie das in bodenständigen, österreichischen Landgasthöfen so ist, gibt’s deftiges Essen und einen burgenländischen Zweigelt dazu. Beim Essen lassen sich diese Landgasthöfe in Sachen Portionen und Mengen ja bekanntlich nicht lumpen. Ich bestellte mir einen Zwiebelrostbraten nach alter Wiener Art mit Bratkartoffeln und Gemüse. Beim 2008er Zweigelt von Gernot Heinrich (www.heinrich.at) folgendes:
Zwetschgen, Zwetschgen, Zwetschgen und nochmals Zwetschgen. Dann ein Cocktail von blauen und schwarzen Beeren, sanft rosinierend, noch etwas Frisches mit leicht drahtigem Gaumen, was sich aber nach der Karaffierung verzieht. Und so plaudern wir über Gott und die Welt („Nicht jeder Islamist ist ein Terrorist, aber jeder Terrorist ist ein Islamist“), Weine und wie heute Firmen geführt werden. Dabei kommt mir eine Sitzung in den Sinn, wo der CEO der Firma seinen Mitarbeitern vollmundig erklärte: „Was ich nicht im Kopf habe, das steht in Büchern. Deshalb habe ich eine Bibliothek!“ Ein Mitarbeiter antwortete daraufhin: „In dem Fall haben sie eine sehr grosse Bibliothek...“
Dass besagter Mitarbeiter nach gemachter Aussage nicht mehr sehr lange in einem Anstellungsverhältnis zu jenem Arbeitgeber war, versteht sich von alleine.
Am Abend habe ich dann in der Joner Weinhalde einen Tisch für mich und meine bessere Hälfte reserviert. Dort bestelle ich mir eine Hummersuppe mit Armagnac verfeinert, dazu den südafrikanischen Chardonnay Boschkloof 2007. In der Nase grünliche Chardonnaynote, Pfirsich, filigranes 225 Literfass, zur Hummersuppe perfekte Säurestruktur. Schlichtweg genial: Noch genialer der Wein zum Hauptgang, wo ich mir einen Hackbraten bestelle. Hier kommt ebenfalls ein Südafrikaner zum Zuge: 2008er Pinotage! Er kommt vom Weingut Camberley und präsentiert sich wie folgt:
Weiches, saftiges und rundes Bukett, Teenoten, Pflaumen, Karamell mit tiefschürfenden Rauchspuren begleiten mich und den Hackbraten. Da ich nicht mit dem Auto unterwegs bin, genehmige ich mir hier eine halbe Flasche und komme zum Schluss: Ich will Dich in meinem Keller haben und so kommt es, dass ich 36 Flaschen davon noch im Restaurant bestelle. Fazit: Ein absoluter Brüllerwein!

Beim Finish mit einem doppelten Hennessy schaue ich meine Partnerin an, welche mich ob meinem verklärt-zufriedenen Lächeln fragend begutachtet, dies nach dem Motto: „Stimmt mir Dir etwas nicht, Du schaust so komisch!“, worauf ich antworte :
„Wenn man viel unterwegs ist, dann darf man sich am Abend auch etwas gönnen.“ Worauf sie wissen will, was das genau heisst. Sie kriegt folgende Antwort von mir:
„Es gibt es immer einen Grund, um zu prosten.... Hauptsache, der Pegel stimmt!“

www.camberley.co.za

Was ist an Weihnachten so richtig dekadent? Das Winterwunderland? Vielleicht ...

Im Winter, wenn die Schneeflocken die Landschaft unter einer dicken weissen Decke versteckt haben, die Fensterscheiben von der Wohnungswärme und der Kälte draussen leicht beschlagen sind und im Radio das Lied von der bayerischen Sängerin Niki mit folgendem Text läuft:
„Wos is nur über Nacht gscheh’n? Auf emol is es weiss gwes’n! (http://www.youtube.com/watch?v=QqQ45E6wjL8) folgendes zu tun:
Zum Apéro eine Flasche Dom Pérignon 2002 trinken, hernach den Truthahn mit Kürbis und Mandelfüllung essen, begleitet von einem fetten Amarone von Cesari und als Abschluss den 1996 Château D’Yquem mit foie gras auf warmen Baguettescheiben schlemmen.
 
Zum Dom Pérignon folgendes:
Als Ouverture ein gewaltiges Bouquet zeigend, das sofort loslegt, frische Mandeln, welche in Zitrone übergehen, rauchige Töne mit zarter Röstaromatik, am Gaumen generell starke Präsenz markierend, cremig aber doch mit einer sexy Bitterkeit versehen und feingliedriger Perlage. Wahrlich ein Qualitätschampagner, den man nicht jeden Tag im Glas hat (wegen dem Preis), dafür aber immer wieder gern.
 
2006 Amarone von Cesari
Farbe: Intensivstes Rubinrot mit rahmigem Nasenbeginn, mollige Gerbstoffen, die sich zu einer ausgeglichenen Adstringenz formen, reife Früchte, Konfitüre und Kirsche. Vom Charakter her eher trocken, grüne Paprika zeigend, leicht pfeffrig, würzige Töne mit konzentriertem, satten Körperbau. Das Finish etwas schwach, aber akzeptabel zum Truthahn.


Château D’Yquem 1996:
Im Gaumen ein Wahnsinnspaket mit minutenlang ausklingendem Rückaroma, komplex, scharf, würzig und mächtig, die Robe besitzt ein kräftiges Gelb und schimmert bronzen aus dem Glas, kandierte Aprikosen und frische Ananas.
 
Und was ist nun an Weihnachten dekadent? Selber nachdenken, die Antwort haben Sie gerade gelesen.
 
Und zum Schluss noch dies:
Als ich heute im Manor in der Weinabteilung den oben beschriebenen Dom Pérignon kaufte, sagte mir der dortige Verkäufer ganz stolz:
„Wissen Sie ...... bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt!“
Ich überlegte kurz und antwortete:
„Wissen Sie ...... das stand er bei den Kannibalen grundsätzlich auch!“


Zurückhaltend, scheu und sanft, so geht das Jahr 2010 bei mir zu Ende!

Was haben der kleine Hirsch namens Bambi und Castello di Brolio Casalferro 1996 gemeinsam? Sie sind beide zurückhaltend, sanft und scheu!
Wieder einmal erhalte ich heute Post, nicht vom Betreibungsamt und auch nicht vom Steueramt, sondern von meinem langjährigen Kollegen Markus Hofer. Markus macht immer wieder etwas, wofür ich ihm sehr, sehr dankbar bin. 

Da lacht das Herz, wenn’s von ihm etwas zu gurgeln gibt.

  Dem ist dieses Jahr auch wieder so. Ich öffne das Paket und zwei Flaschen vorher genannten Weines lächeln mich an. Der Zapfenzieher ist schnell gefunden .... **PLOP** .... das Gabrielglas ist schnell gefüllt .... **GLUG GLUG GLUG** .... und meine Eindrücke - langsam über 2 Stunden - sind hier zu Papier gebracht:
 
Nase: Schüchtern würzig der nasale Auftakt, dann Übergang zu reichem, fettem Nasenbild mit Zedernholz, prallreifen Pilznoten, speckig, Bitterschokolade, blättrige Würze.
Auch im Gaumen ruhiger, defensiver Auftakt, mehlig-jugendliches Tannin, tolle Mineralik, stützende Säure, mittellanges Finish im Abgang.
       
Das Degustieren und die sich im Glas ausbreitenden Aromatiken kommen mir hier vor wie bei den Marathonläufern. Die erzielen die besten Resultate auch erst auf einer langen Strecke. Das ist bei diesem Wein ebenfalls so. Grosses Potenzial, man muss eben nur warten können….. Ob ich das kann, weiss ich nicht, denn die positiv lallende Wirkung des Weines und mein heutiges Fazit, einen Tag vor Silvester:
Wieder einmal etwas tolles geschenkt erhalten zu haben!
Und was soll ich mir morgen als Vorsatz für 2011 nehmen, denke ich mir?
Die Antwort ist schnell gefunden.

Dieser Vorsatz soll es sein:
Der größte Fehler, den man im Leben machen kann, besteht darin, ständig Angst davor zu haben, einen Fehler zu machen. Also werde ich 2011 keine Angst mehr haben, Fehler zu machen.

Was machte ich am 18. Juni 2011?

Unser Hochzeitswein: 2006 Château Montrose (nicht Monte Rosa!)

 

Ich hatte einige Gäste eingeladen. Und zu was genau hatte ich diese Gäste eingeladen?
Zu meinem 40. Geburtstag bei mir auf der Gartenterrasse. Und in Sachen Wein, stellte ich an diesem Abend den Gästen folgende Weine hin:
 
Als Starter Moet Chandon brut Impérial gefolgt von:
 
2008 Pinotage von Camberley (Südafrika)
2006 Balin, Cantina Kopp von der Crone (Tessin)
2007 Magnum Castello Luigi, Luigi Zanini (Tessin)
2004 Doppelmagnum Isole e Olena 2004 (Toscana)
2008 Cantina Negrar, Amarone (Italien)
2006 Château Montrose (Saint Estèphe)
2006 Château Haut Brion (Pessac)
2004 Château Pontet-Canet (Pauillac)
 
In meiner Einladung schrieb ich an die Gäste:
 
„Manchmal fühlt man sich wie 80! Dann sollte man einen Blick in die eigene Geburtsurkunde werfen, damit man sieht, dass man erst 40 ist.“

Am Tag nach dem 18. Juni 2011 fühlte ich mich nicht wie 40 plus 1 Tag, sondern eher wie 80 minus 2 Wochen. Dies nicht von den oben genannten Wein, sondern weil wir bis um halb drei Uhr morgens an eben diesen Weinen rumgemacht haben.
 
2008 Pinotage Camberley:
 
Eine Assemblage aus Pinot Noir und Cinsault mit gummiger Nase, welches mit der Zeit zu den Gerüchen Banane und überreifen Kirschen umschlägt. Mollig anfühlendes Tannin, mehr Nase als Gaumen zeigend. Ich will dem Winzer ja nicht in die Parade fallen, aber hier wurde nichts hinzugedichtet, aber auch nichts weggelassen. Dies – wohlverstanden – im Vergleich zu den folgenden Weinen, welche in einer etwas anderen Liga spielen.
 
2006 Balin, Cantina Kopp von der Crone (Tessin)

In einer früheren Tasting Note schrieb ich über diesen Wein:
Die Ouvertüre fällt aus wie der erste Kopfsatz von Ludwig van Beethoven’s Symphonie Nr. 5. „Mächtig, wuchtig, genial“. Man erstarrt fast in Ehrfurcht ab der Potenz, die einem aus dem Glas entgegen strömt. 18 Monate Fasslagerung tragen ihres dazu bei, dass hier ein bombastisches Holzmanagement nasal im Vordergrund steht. Nase: Würzig, beerige Aromen, schwarze Kirschen, schwarze Schokolade.
Fazit: Ich bleibe bei dieser Einschätzung!
 
2007 Magnum Castello Luigi (Tessin)

Ebenfalls in einer früheren Tasting Note schrieb ich - jedoch zur 0.75 Literflasche - folgendes:
Aristokratisches Gewächs, rubin-purpur-farben. Tiefgründige, rote Johannisbeeren mit enorm stoffigen Gaumen. Ein kleines Konzentrationswunder mit Balance und Harmonie - wie bei einem grossen Margaux! Schöne, feine lederne Nuancen.
Wir haben hier eine Magnum aufgemacht, welche sich sehr zurückhält. Sie öffnet sich leider erst sehr, sehr spät am Abend, also etwa zwei Stunden nach dem Opening. Es ändert aber nichts an meinem damaligen Dispositiv.
 
2004 Doppelmagnum Isole e Olena 2004 (Toscana)
 
Als erstes denke ich mir, als ich den Wein an die Nase führe: Der Wein birgt erhöhtes Konfliktpotential, erhöhtes Konfliktpotential mit mir. Es taucht die Frage auf: Der Wein steht dicht vor dem Treppchen mit der Zahl Nummer 3 drauf. Wird er es schaffen, sich dort zu positionieren? Die Antwort dazu weiter unten.
In der Nase Kirsche und etwas Marzipan, seidige Stoffigkeit, ein sauberer Kompromiss aus Kraft und Finesse, aber eben leider noch sehr defensiv. Dafür mit sehr gutem Alterungspotential.
Im Fazit und zu diesem Schluss kommen auch die Gäste, je länger der Wein offen ist:
Er schafft es auf Podestplatz 3 unter den präsentierten Weinen, man muss nur ein wenig warten (können).
 
Weil ich wahrscheinlich in Sachen Wein ein wenig mehr Erfahrung habe als die geladenen Gäste und ich beim Degustieren möglicherweise überlegen sein könnte, kommentiere ich die Weine. Oder aber vielleicht bringe ich einfach bei den Weinbeschreibungen  aufgrund meiner blumigen Sprache die Dinge etwas besser rüber als jene Teilnehmer, die eventuell besser Verkosten können als ich, aber nur wenig unterhaltsame Sätze rausbringen? Nun denn, es folgt:
 
2008 Cantina Negrar, Amarone

Zu den organoleptischen Eigenschaften folgendes:
Sehr intensives rot mit leicht violetten Nuancen, im Bukett komplex, würzig, ätherisch, mit Vanilledüften versehen und an Heu erinnernd mit feinkörnigen Taninen. Amarone sind für mich sowieso gewöhnungsbedürftige Zeitgenossen, Weine zum Frauen verführen. Aber Frauen brauche ich ja auch nicht mehr zu verführen, denn als nächstes folgt unser Hochzeitswein.
 
2006 Château Montrose (Saint Estèphe)
 
Château Montrose wechselte im Jahre 2006 den Eigentümer und der neue Besitzer schaffte es Jean-Bernard Delmas, den Grand Seigneur von Château Haut Brion, welchen wir nach diesem Montrose verkosten werden (sh weiter unten), anzuheuern.
In der Nase ein typischer St. Estèphe - sehr maskuline Töne, deutlich Cabernet dominiert, am Gaumen äusserst kompakt, dicht und Druck machend und leider momentan sehr verschlossen. Trotzdem vermag der Wein mit seiner Klasse zu überzeugen (deshalb ist es ja auch unser Hochzeitswein) und einige Jahre Lagerung sind ein „must“. Dieser Wein gefällt wenigen an diesem Abend, eben weil er zur Zeit verschlossen ist, nur einem weiblichen Gast - und in Sachen Weinkenntnissen ist dieser Gast wahrlich nicht sonderlich versiert - gefällt er zu meiner Überraschung ebenfalls. Was mir dagegen weniger gefällt ist, dass dieser Gast den ganzen Abend lang dem Wein „Monte Rosa“ sagt. Dies entweder, weil sie sich den Namen unseres Hochzeitsweins nicht merken konnte oder das Bordeaux eben doch nicht die Liga ist, in welcher sich dieser Gast weinmässig jeweils zu bewegen pflegt.
Also werde ich  Château Montrose nur noch für mich und eine Frau öffnen!
 
2006 Château Haut Brion (Pessac)
 
Schönes, tief konzentriertes Bouquet, am Rand tintiger Ansatz, kühl und noch etwas reserviert, dunkle Hölzer und Vanille im Hintergrund. Stoffiger Gaumen mit maskulinen Zügen, pfeffrig, sandige Noten auf der Zunge, aromatisches Finale. Mit ca. 770 CHF die teuerste Flasche - in Relation zum Inhalt - am heutigen Abend.
 
2004 Château Pontet-Canet (Pauillac)
 
Johannisbeere, Minze, Frühlingsblumen mit Cassiscremenoten. Rauchige Töne im Hintergrund (Räucherstäbchen) und tiefer Frucht und toller Reinheit. Mit CHF 110 preislich eher im Mittelfeld. Im Gaumen streng mit jugendlichen Gerbstoffen gespickt.
 

Bilanz eines Abends mit 16 Litern Wein, 10 Gästen und einer Degustationszeit von knapp 9 Stunden: Danke allen Gästen für deren tolle Geschenke zu meinem 40sten und wer weiss, wenn ich es bis 80 schaffe, dann setzen wir uns wieder zusammen und wiederholen das ganze nochmals.

Dann aber mit anderen Jahrgängen, versteht sich.

Ja nicht trinken!

Am 18. Juni des Jahres 1971 um 1 Uhr 20 in der Nacht habe ich das erste Mal in meinem Leben jemanden angeschrien. Meine Mutter und eine Hebamme, welche neben ihr stand.
Und schreien tue ich heute manchmal auch noch, z.B. wenn mir ein Wein in den Gaumen kommt, bei dem mir die Schnürsenkel aufgehen.

Ich sass gutgelaunt am Montag in einem Restaurant und bestellte mir ein Rindsfilet zum Mittagessen. Die Serviertochter fragte mich, was ich zum Trinken wolle, worauf ich ihr sagte:
„Was haben Sie für einen Hauswein, einen roten zum Beispiel?“
Antwort: „Wir haben einen Primitivo aus Apulien.“
Ich: „Jahrgang?“
Sie: „Äh, ich glaube 2008.“
Ich: „Gut, bringen Sie mir einen dreier davon.“
Als ich das Glas zur Nase führe treibt’s mir den Blutdruck gefährlich weit in die Höhe, irgendwie hat dieser Wein nicht mehr alle Latten am Zaun. Ich führe das Glas ein zweites Mal an meine Nase: Verhaltener Hauch von Dörrbananen, kelleriges Bouquet, eventuell sogar noch Zapfen? *

Ich frage also bei der Serviertochter nach, ob sie zufälligerweise den Zapfen des Weines noch hat. Da es sich aber um eine seit gestern Abend geöffnete Flasche handelt, hat sie auch den Zapfen nicht mehr zur Hand.
Nun beäuge ich diese ganze Sache mit geübt-scharfem Blick und stelle fest: Ein rotes, gebrechliches Etwas mit zarten Lilareflexen am Rand und traditionellem Rotstich in der Mitte. Das ganze ohne Ambitionen, versteht sich.
Am Gaumen laktisch, bei diesem Wein hat der Winkel echt eine andere Richtung eingeschlagen. Der Wein ist zudem wie ein Chamäleon, das sich ständig in der Farbe ändert, wenn es irgendwo stehen bleibt.
Nerviges Finale! Die ganze Story hier wirkt irgendwie ausgepowert, um nicht zu sagen: Burned out.

Fazit: Ein Rohrkrepierer mit einer derartigen Explosionskraft, dass seine Karriere schweren Schaden nehmen dürfte!
 
Und zum Schluss – damit die Mundwinkel nicht noch mehr von der Schwerkraft gegen den Boden hingezogen werden - noch dies:

X zu Y: „Du warst doch auch einmal Beamter, oder?“
Y: „Ja.“
X: „Weisst Du, was der Unterschied ist zwischen einem Arbeitslosen und einem Beamten ist?“
Y: „Nein.“
X: „Der Arbeitslose hat mal gearbeitet.“


* Wie merkt man übrigens, wenn man sich nicht sicher ist, ob ein Wein wirklich Zapfen hat? Den Zapfen unter den heiss austretenden Dampf der Kaffeemaschine halten, die Poren des Zapfens öffnen sich (noch mehr) und geben alle Düfte im Kork noch intensiver frei.

Was haben ein Domaine de Cheval Blanc 1985 und Becherovka gemeinsam?

 

Wieder einmal, nach langer Zeit, treffen meine Frau und ich uns mit Peter und Eva bei ihnen zu Hause zum Grillen.

Peter und ich holen im Keller einen 1985 Domaine de Cheval Blanc, welchen wir uns zum Essen genehmigen wollen (gegrillter Rindshohrücken). Der Wein begann schwierig, zeigt flüchtige Säure, überreife, verbrannte Töne mit einem Geschmack an getrocknete Sultaninen erinnernd, nur etwas leicht trockener und Aceto-Noten, dann wurde das zu Beginn sehr dünne Bouquet etwas süsser und noch alkoholischer, zeigt Kräuternoten und wenig, schwarze Schokolade mit kellerigem Bouquet. Da der Wein leider nicht mehr die Kraft hat mit dem Essen standzuhalten, öffnen wir einen Carruades de Lafite 1997, der Zweitwein von Château Lafite Rothschild, welcher sich nussig und mit rauchigen Aromen, einem ausdruckstarken Bukett und gutem Druck am Gaumen präsentiert. Die Struktur ist mittelmässig mächtig, fest, mit geschmeidigen Tanninen. Ein gemütlicher Begleiter zum Essen, der sich nicht in den Vordergrund stellt. Und wieder einmal muss ich mir sagen: Schön mit Freunden zusammen sitzen zu können, unkomplizierte Weine zu verkosten und über vergangene Zeiten zu reden und darüber, was das Leben einem sonst noch so alles bieten kann und wird. Und dann macht Evaganz verzückt ein Statement, welches mich ziemlich alt aussehen lässt. Sie sagt: „Peter hat mich in der Lenzerheide gefragt, ob ich mich mit ihm verloben möchte“. Dabei zeigt sie mir ihren Verlobungsring und lächelt glücklich. Nun, als ich meine Frau heiratete, war dem ganzen keine Verlobung vorausgegangen, da ich dies nicht für nötig hielt. Und das Beschämende ist, dass sich das auch nicht mehr nachholen lässt.... Also liebe Männer: Macht es nicht wie ich, gleich mit der Türe ins Haus fallen und Fakten schaffen, manchmal muss man sich Zeit lassen und die Dinge in Ruhe angehen.

Eigentlich wie bei Weinen, die reifen ja auch nicht innerhalb eines Monates auf ihren Höhepunkt!

Als Finish kriege ich dann, da Eva aus Tschechien kommt (Böhmen), Becherovka serviert. Und der hat es in sich! Wer dieses Getränk schon mal getrunken hat, kann süchtig werden danach.

Ein idealer Verdauungssaft, der einem auch noch gut schlafen lässt.

Und nun die Antwort zu der im Titel gestellten Frage:

Was haben ein Domaine de Cheval Blanc 1985 und Becherovka gemeinsam?

Nichts, ausser dass ich beide an einem Abend getrunken habe .....