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Werner & Sonja mögen und schätzen Austern sehr, ich dafür meinen „Spatz“ umso mehr!
Sonja, Priska (=mein Spatz) und der Gastgeber beim Austern servieren
Es gibt Dinge im Leben, die ändern sich langsam. Ich gehöre zu den Menschen, welche schnelle Veränderungen nicht sonderlich schätzen. In früheren Tasting Notes habe ich jeweils über das weibliche Geschlecht geschrieben, dass die für mich eigentlich nur noch dazu da sind, diese aus der Distanz zu begutachten, da man besser alleine fährt. Heutzutage, in der kompliziert, schnelllebigen Welt, wo alle an den Anschlag kommen und generell keine (Beziehungs- und sonstige) Ruhe mehr herrscht, hatte ich mich eben für das alleinige Weitersein entschieden. Und war gar nicht so unglücklich damit, mir allen möglichen Beziehungsstress von der Leber zu halten.
Nun, liebe Leserinnen und Leser. Auch Bünzli durfte, musste hier wieder einmal etwas Neues lernen. Dass es auf dem Planeten Erde eine Frau gibt, welche es schafft, mich in eine solche emotionale Gerührtheit zu bringen, dass ich ihr meine Gefühle schenke und mit ihr mein weiteres (Wein) Leben widmen und verbringen will. Diese Frau wird von mir „Spatz“ genannt und ist an diesem ersten Wine & Dine im Jahre 2009 als meine neue Partnerin auch gleichzeitig Gastgeberin.
Eingeladen sind Werner und Sonja, schon länger zusammen und mein „Spatz“ und ich servieren folgendes: Orangen-Chicoréesalat an gewärmten Kürbiskernen, dazu den 2004er Tignanello Antinori aus gleichnamigem Hause sowie den 2004er „Best Red“ aus dem Burgenland. Schnell ist man sich am Tisch einig, dass das toskanische Flagschiff von Marchese Antinori besser zum Tragen kommt. Nach kurzer Überlegung ist auch klar wieso. Da bei den Vorbereitungen meinerseits den Brüsselern in lauwarmem Wasser die Bitterstoffe entzogen wurden, haben wir einen Salat vor uns, welcher sehr mild daherkommt. Daher muss auch in der Nase ein harmonisches, dezentes, dennoch leicht herbes Holzmanagement daherstolzieren und nicht ein überdrehter Tignanello, welcher zur geschmacklichen Samtheit des Salates dann fast schon schwer verdaulich wirkt. Bei den zur Verfügung stehenden Ölen (Arganöl und Kürbiskernenöl), worin man seine Brotstückchen tunken kann, wendet sich das aber ziemlich rasant wieder. Grund: Das marokkanische Gold hat eine enorm nussige Komponente, welche eine potentere Holzstruktur und sattere Gerbstoffe verlangt (man stelle sich das vor: Die Nüsse im Fruchtfleisch sind dreifach dicker als Haselnüsse und die darin enthaltene „Mandel“ ist kleiner als ein Sonnenblumenkern!). Bevor wir uns diesen Salat genehmigt haben, war Werner übrigens in der Küche damit beschäftigt, Austern aufzuknacken, während ich den Gästen den 2003 South Eastern Sovereign Creek - ein gelb glühend delikater nach Zitrus duftenden Chardonnay einschenkte. Dass das dann einen Flop gibt, hätte ich eigentlich erahnen können, ich fuhr aber trotzdem das Risiko. Der Wein war zu den Austern zu süss und ging mit seiner Schwüle zu breit an den Austern vorbei. Mehr Trockenheit wäre hier wohl das richtige gewesen.
Bei den irischen Rindsfiletmedaillon hat dann Tignanello seine Nase weit vorne, ich meine dafür tief im Glas, wo ich ein komplexes Bukett gut durchmischt mit Düften von Tabak, Curry und Brombeer- und Johannisbeeren sowie Konfitüre wahrnehme. Am Gaumen ist er seidig mit weichen, smarten Taninen. Eigentlich ähnlich smart wie mein neuer Spatz, aber ihre Smartheit lässt sich mit Wein nicht vergleichen (soll Mann ja auch nicht machen!).
Zum exotischen Fruchtsalat, von meinem neuen Pendant in langer, harter Arbeit zusammengestellt, bringe ich den biologisch produzierten Champagner brut Baron-Fuenté. Und da sägt schon etwas an meiner Leber und an meinem Magen, von dem ich sagen muss: Ich will mehr davon haben! Der Champagner harmoniert perfekt zu den im Salat vorhandenen Ramboutan, Papayas und Mangos, ich würde meine Gäste am Liebsten heimschicken und mit meiner neuen Partnerin alleine weitermachen….. Aber eben: Die Gäste haben noch ein Dessert zu gute, welches sich wie folgt präsentiert:
Eine Cappuccino Roulade mit Haselnusskrokant an gerösteten Mandelsplittern, welche mit Baileys abgelöscht wurden. Und hier geht die Meinung klar in eine Richtung: Volltreffer für den Gastgeber.
Fazit des Abends: Ich habe von Werner eine Flasche Meukow XO als Geschenk erhalten (an welcher ich genau 10 Tage gebraucht habe). Hier kann ich nur sagen: Perfekte Harmonie im Auftakt, Jasmin mit Pfirsichtönen und kandierten Früchten, welche sanft eingeschlungen im Duft von Zedernholz liegen. Die Farbe des Meukow ist dem von Mahagoni gleichzustellen und er funkelt mir aus dem Glas entgegen wie ein Stern am kalten Nachthimmel. Herrliche Sache! Somit bleibt mir an dieser Stelle nur noch dies zu sagen: Vor zwei Tagen war ich mit meinem Spatz zum Neujahrswechsel in Zürich am Limmatquai, wo wir uns zwischen „Cafe de Paris trinkendem Mob“ den Dom Perignon 1999 die Kehle runterleerten und versucht haben, etwas vom städtischen Feuerwerk mitzubekommen. Das war interessant und schön. Und heute - zwei Tage später - haben wir einige schöne Weine zum Essen. Das war sehr schön!
Aber das Schönste an allem ist, dass es meinen Spatz gibt!
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Wie kommt man zu einem Chateau Charmail 2001 für CHF 20.-- die Flasche?
Vor dem Eingang zu unserer Garage treffe ich heute auf meinen in einem windschnittigen Dress gekleideten Nachbarn Rolf, welcher sich radelnderweise gesund betätigen möchte. Bevor er dies tut fragt er mich, ob ich Interesse an Chateau Charmail 2001 habe, da ihm dieser Jahrgang nicht gefallen würde. Er sei irgendwie zu sauer, komme ihm „komisch daher“. Der Wein kommt mir vom Namen her bekannt vor, jedoch kann ich es in diesem Moment nicht zuordnen. Ich kann es auch jetzt immer noch nicht, aber das spielt ja auch keine Rolle. Man muss ja nicht immer wissen, wo man welchen Wein getrunken hat….. Auf seine Frage sage ich: „Klar, ich probiere einmal eine und dann schauen wir weiter.“
Gesagt getan. Ich verkoste: Sehr sehr holz- und fruchtbetonte Ouvertüre, ein herrlicher Wein, der sich langsam an meine Leber ransägt und diese zum Quellen bringt, dichter, kräftiger Gaumen, extrem dunkles Granat mit violetten Reflexen. Rahmiges Brombeerenbouquet, dunkle Edelhölzer. Im Gaumen sehr füllig, eskortiert von samtigen Taninen. Den kann man bedenkenlos kaufen, ich verstehe Rolfs Problem ehrlich gesagt nicht!
Gazzar, ein Weinhändler in Lausanne, schreibt zum Charmail: Die Besonderheiten von Château Charmail ist die kalte Mazerierung der Lese vor dem eigentlichen Gärprozess. Dieses Prozedere gibt dem Wein mehr und intensivere Farbe, er ist ründer und weicher, und dies bereits in seinen jungen Jahren. Die Weine von Château Charmail sind in jedem Jahrgang ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis. Fazit: Definitiv ein Wein, bei dem sich die Unterlippe nicht immer weiter vorstülpt oder man mit jedem Schluck noch mehr mit den Augen rollt. Und was er in ein paar Jahren kann, werden wir dann sehen!
Und zum Schluss noch dies: Das Leben eines - sich in einer Beziehung befindenden - Mannes besteht zu 80 % aus Warten. Warten mit laufendem Motor vor dem Haus. Warten im Kaufhaus, bis alles studiert wurde. Warten bis der obligate Kontrollblick in den Garderobespiegel beendet ist.
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„David Lee Roth – Just a Gigolo!“ oder „Just a Gigolo – Craneford Quartet 2006!“
Verkauft wurde mir dieser Wein an der jährlich in Oerlikon Zürich stattfindenden FESPO, wo mein Spatz sich bald einmal dem Klang von Didjeridu (Holztrompete der Aboregenees) lauschend hingibt, ich mir derweil an einem Weinstand den oben erwähnten Wein aus Australien (Barossa Valley) einschenken lasse. Der Einschenkende erinnert mich an einen dieser Typen, welcher sich für 5 Franken 2 mal die Woche im Solarium eine gesunde Bräune verpassen lässt, damit er jung und dynamisch wirkt. Ich verkoste: Warmes elegantes Zedernholz, fleischig mit würzigem Finish, reife Kirschen mit Zimtanflug, getrocknete überreife Sultaninen mit fetter Struktur. Das machen 40% Cabernet Sauvignon, 20% Shiraz, 20% Merlot und 20% Grenache möglich. Holzmanagement: amerikanische und französische Fässer. Selten trinkt man etwas so schönes. Gemäss letzten Tagesschauberichten brennen in Australien ja wieder einmal die Wälder. Irgendwann, denke ich mir, brennt dort noch der ganze Busch! Es bleibt daher zu hoffen, dass nicht auch irgendwann die dortigen Reben im Vollbrand stehen…. Im Gaumen hüpft Crocodile Dundee Teil 4 daher: Taninreicher Auftakt mit viel Schmelz, zu wenig Druck am Gaumen. Macht aber nichts, das Finish kompensiert mit seiner Länge die fehlenden Muskeln. Eine plakative Show, eine überschwengliche, narzisstische Selbstdarstellung und das absolut zu recht, fair-priced: CHF 29.90. Für mich ein australischer Gigolo in Reinkultur! Mittlerweilen sind auch die dumpfen Klänge des Didjeridu verhallt und ich kehre aus meinem Weintraum wieder in die Messehalle nach Oerlikon zurück und suche meinen Spatz. Dieser ist derweil fleissig mit dem Didjeridu-Besitzer am Visitenkarten austauschen. Typisch!, denke ich mir, kaum lässt man den Seitenwagen aus den Augen, werden schon die persönlichen Daten mit anderen Männern ausgetauscht!“ Fazit: Ich pflege an bestimmten Sitzungen im Verborgenen zu Gähnen. Nun kann ich - nebst dem verborgenen Gähnen - vom Craneford Quartet träumen und mich so ablenken.
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Das Leben ist wie eine Safari…. Hin und wieder kommst Du zum Schuss!
Relativ spontan kommen bei mir am Samstag Gäste zum Grillen vorbei. Nachdem ich den durch die Regenfälle überfluteten Keller teilentwässert habe, öffnen wir an diesem Abend 11 Flaschen Wein. Einer davon bleibt mir besonders gut in Erinnerung, dem diese Tasting Note gilt:
2003 La Pousse d’Or, Volnay premier cru, Clos des 60 Ouvrées
In der Nase ein Wahnsinnserdbeerbukett, lang, nicht überladen und von einer erhabenen Eleganz mit einem saftigen Gaumen. Das Aromakleid ist tief mit sehr konzentrierter Feige, ausgewogen und sehr gutes Finale mit kalkigen Elementen. Wir essen dazu einen Brie de Maux, einer meiner Lieblingsweichkäse, was ein absoluter Genusshammer ist. Generell ein Wein mit hervorragendem Rückhalt mit perfekten Röstnoten. Der Brie de Maux vermählt sich geschmacklich tadellos mit diesem klassischen Burgunder, welcher aber auch seinen Preis hat. Stolze 60 Schweizerfranken legte der Spender dieser Flasche damals auf den Tisch, um sie zu erwerben. Nun denn, würde ich eventuell auch machen, muss es mir aber nochmals überlegen... (drei Wochen später, an der ZOM habe ich das dann tatsächlich auch getan!). Und je mehr ich von diesem Wein trinke, umso unverschämt süsser wird das Lächeln meiner Lebenspartnerin, welche zum Preis des Weines lapidar meint: „Total gestört, das Ganze hier!“
Und zum Schluss noch dies: Unlängst sass ich in einer Bar und nippte an einem Bier. Da kam nach einiger Zeit ein adrettes Fräulein von der anderen Barseite zu mir rüber und sagte, sie würde gerne ein wenig mehr von mir wissen. Ich fragte zurück: „Und wieso wollen Sie ein wenig mehr von mir wissen?“ Worauf sie meinte: „Einfach nur so…“ Meine Antwort fiel kurz aus: „Sie können mich ja googeln, Telefonnummer finden Sie auch dort.“
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Wann ist ein Spatz zufrieden? Wenn er verklärt aus seinem Federkleid guckt!
Wenn ich meinen männlichen Artgenossen so zuhöre wird mir manchmal ganz mulmig. Wir Männer scheinen es heutzutage eigentlich nicht mehr leicht zu haben. Frauen sind neuerdings in gewisser Hinsicht ziemlich anspruchsvoll. Männer müssen aussehen wie Prad Pitt, verdienen wie Daniel Vasella, Karriere machen wie Barack Obama und dabei immer fit im Schritt sein. So klagte mir letzthin ein Kollege am Telefon während gut 20 Minuten, was für ein armer Kerl er sei: Szenen mache sie ihm, wenn sie nicht über alles informiert werde, verdienen tue er zu wenig und überhaupt sei er viel zu wenig für die gemeinsamen Kinder da usw. usf.
Ich studierte bei seinen Ausführungen, was ich ihm da entgegen halten soll. Denn meine Partnerin entspricht irgendwie nicht diesem Frauentyp, den mir mein Kollege da gerade vor Augen hält. Mein Spatz ist dann zufrieden, wenn er so aussieht wie auf dem dieser Tasting Note beigefügten Foto. Was habe ich also getan, dass das so gekommen ist? Hier ein Kurzexposé über 2 mögliche Ursachen:
Bad Ragaz, WeltWeinFestival, 7. Festival der Sterne, Freitag, 5. Juni 2009
Wir lassen uns von 11 Sterneköchen kleine Häppchen geben und verkosten dazu Weine von 19 Weingütern. Ziel: Welcher „neue“ Wein passt am Besten zu welchem Sterne-Menue? Nach einem Degustationsmarathon quer durch das Foyer des Quellenhofs in Bad Ragaz hier das Fazit: Zu Nigiri- und Maki-Sushi vom Grand Resort Bad Ragaz Koch Aoki Tadashi passt exzellent der Lagewein Sulz Sauvignon Blanc 2007 von Alois Gross in der Südsteiermark (www.gross.at). Herrliches Lychee mit pinken Grapefruitnoten und Ananas mit einer knackigen Säurestruktur umgarnen die Nigiri- und Maki-Sushi, dass es einem fast schwindlig wird. Bei Roland Schmid von der Äbtestube (ebenfalls Koch im Grand Resort Bad Ragaz) und dessen „Bisonfiletstreifen auf Ochsenschwanzragout mit Fläscher Spargeln serviert mit Brennessel-Gnocchi“ ein wilder Italiener von der Azienda Agricola Elisabetta Foradori im Trentino (www.elisabettaforadori.com). Eine autochthone Traubensorte namens Teroldego, Jahrgang 2002 wird uns eingeschenkt mit kühler Aromatik, schönem Körper und vielen Waldfrüchten. Ein neuer Shootingstar! Eine solche tadellose Vermählung von Speis und Trank erlebt man nur ein bis zwei Mal im Jahr. Als ich das letzte Mal hier war wurde ja schon alles getoppt, aber heute ist definitiv alles noch mehr in den Schatten gestellt.
Zum Finish genehmigen wir uns Käse von Bernard Antony, das letzte Mal hatten wir ihm lauschen dürfen bei Edi Graf in seiner Bouteille in Stäfa, wo er einen Käse Event veranstaltete. Dazu trinken wir einen Tokaj Pendits aus Ungarn mit herrlichen Holundertönen und blasser Säure, mittleres Bernstein funkelt im Glas und leider deutlicher Wasserrand, aber mit viel Schliff. Ein d`Yquem wäre natürlich der absolute Böller gewesen, nur leider nirgends an diesem Festival zu haben. Ausser ich wäre in eines der Restaurants im Quellenhof gegangen und hätte dort eine bestellt.
Genf, Hotel Rotary, Wochenendausflug in die Rhonestadt, 14. August – 16. August 2009
Ein sehr gutes Hotel, welches ich allen Calvinstadtbesuchern wärmstens empfehlen kann. Die Homepage des Hotels ist leider nicht so einfach zu finden wie das Hotel selbst, welches an der „rue du Cendrier“ in Genf liegt. Leider fällt beim Nachtessen im LE CAPRICE, wo ich Entrecôte bestelle, welches sich anfühlt wie eine Schuhsohle, die gesamte Essenkomposition durch. Der Wein besticht dafür umso unerhörter. Ein Château Gloria 2005! Kirschen, Holunder und Rauchnoten beglücken mein Riechorgan…. Gloria war immer schon ein Geheimtipp und hat mich noch nie enttäuscht wie bestimmte Weine, welche mich an olle, nasse Massen in einem Schachtsumpf erinnern. Und hier im LE CAPRICE - wo Spatz Fisch ass - ist auch das oben erwähnte Foto entstanden. Finale Frage nun: Wann ist ein Spatz zufrieden? Wenn er – so wie auf dem Foto - verklärt aus seinem Federkleid guckt!
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Als nebenberuflich tätiger Politiker hat man es im Leben schwer. Das Parlament hat verlangt, dass sich die Regierung mal wieder des Öfteren an Wochenenden in anderen Breitengraden blicken lässt, als nur immer in Rapperswil-Jona. Also fahre ich über’s Wochenende nach Altstetten, damit das Parlament nachher nicht behaupten kann, wir würden nur immer im schönen Rapperswil-Jona etwas unternehmen. Und weil an Wochenenden bei mir üppig gegessen wird, habe ich zwei Rezepte mitgenommen, von welchen ich glaube, dass sie dem Parlament gefallen könnten. Wäre das Parlament wirklich ein Parlament, dann wäre die Regierung an diesem Wochenende klar einstimmig abgewählt worden (wegen dem Rezept vom Sonntag!). Am Samstag aber bestehe ich die Nagelprobe und wir trinken zum Zigeuner-Filet einen Bordeauxwein aus dem St. Emilion. Welchen, kann ich nicht mehr sagen, das habe ich verdrängt. Ein wahrer Kräuterreigen prasselt auf mich ein, Fernet Branca und dunkles Malz, ausgefallene, mittelleichte Tanninen schlängeln sich an meiner Zunge entlang. Zu viel Brombeerentouch, das Holzmanagement dürfte besser sein. Dort zeigt der Wein auch nervige Sehnen, in der Nase beim zweiten Slot altes Gemüse mit trotzdem noch blumigem Hintergrund. Schlank und lang mit mehliger Zunge. Very special! Am meisten besticht hier ausnahmsweise nicht der Wein, sondern die Füllung des Zigeuner-Filets, welche enorm sexy daherkommt und auf der Zunge wunderschön zergeht. Das Parlament sieht das auch so (Anmerkung des Verfassers). Am Sonntag sieht das Parlament beim zweiten Rezept dann aber nach 4 stündigem Verdauungsakt die Dinge diametral anders. Ich koche ein Paprika-Huhn, welches zuerst mundet und sogar fast schon verschlungen wird. Nachdem ich zu Hause bin (im geliebten Rapperswil-Jona) und die Nummer des Parlaments wähle, klingt es dann, was das Paprika-Huhn betrifft folgendermassen. Von: „Mir wurde übel, zu viel Rahm, zu viel Öl, zu viel Butter“ über: „Ich konnte kaum noch gehen…“ war alles zu hören. Als Politiker sehe ich das aber natürlich diametral anders .... mir hat's sehr geschmeckt. Und gehen konnte ich auch noch .....
Fazit: Das Zigeuner-Filet kommt wieder auf den Tisch, der Wein dafür aber nicht. Das Paprika-Huhn kommt nicht wieder auf den Tisch. Ein anderer Wein dafür aber. Und welcher das sein wird, das verrate ich demnächst auf dieser Page! Die obigen Rezepte sind zu finden unter: Anti "Weight Watcher" Rezepte
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