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Die unsägliche Sargdeckel-Methode
So, es ist wieder einmal so weit. Einer dieser aufdringlichen Weinverkäufer sitzt bei mir im Wohnzimmer und erklärt vollmundig, was er heute für tolle Sachen mitgebracht hat. Der Typ redet wie ein Versicherungsvertreter und argumentiert die ganze Zeit mit der Sargdeckel-Methode! Seit ich selbst als Aussendienstmitarbeiter bei einer Versicherungsgesellschaft arbeite, kenne ich die Verkaufstricks im Verkauf genau, weil ich sie ja bei meinen Kunden auch anwende. Aber das braucht der Weinverkäufer nicht zu wissen, was ich weiss und wie man einen potentiellen Kunden mit bestimmen Produkten gezielt „einseift“. Er stellt mir folgende Weine hin: Alles Crozes-Hermitages, Weine die ich auf den Tod nicht ausstehen kann, weil sie alle mit der Syrah Traube vinifiziert werden. Beim Crozes-Hermitage von Pierre Delmas, Castillon du Gard hat mein Mund Schweigepflicht, was ich im Gaumen empfinde sage ich nicht. Nur dies: Holzfass, der Wein ist rot, trocken und es steht AOC auf der Flasche. Das verhält sich nebenbei mit allen anderen an diesem Abend präsentierten Weinen auch so. Und dann setzt er zu einem Verkaufsmarathon an, dass mir fast schwindlig wird. „Wissen Sie, einmalige Sache, wenn Sie diesen Wein nicht im Keller haben, dann entgeht ihnen etwas. Wollen sie lieber 12 oder 24 Flaschen?“ Ich antworte: „Gar keine!“ Worauf er meint: „Und vom Crozes-Hermitage La Matiniere, Maison Ferration Pére & Fils? 18 Flaschen würden perfekt in Ihren Keller passen, ich habe nur noch diese 18 Flaschen.“ Meine Antwort: „Tut mir leid, in meinem Keller hat es nur noch Platz für 15 Flaschen.“ Er zurück: „Ja, aber man kann sie auch in der Kiste lassen, Sie wissen was ich meine?“ Ich erwidere: "Natürlich kann man das, aber ich habe die Tendenz über Kisten zu stolpern, deshalb habe ich keine Kisten im Keller.“
Er gibt nicht auf..... hartnäckig und wie Kaugummi, der am Schuh klebt geht es weiter im Monolog. Und das Beste finde ich, dass der Mann für alles auch noch eine Begründung hat! „Ihnen hat der dritte Wein besonders gut gefallen, das habe ich von Anfang an gespürt. 6 Flaschen? Die hat nicht jeder im Keller!“ Ich: „Sie haben nicht nur die falschen Weine, Sie haben auch noch ein schlechtes Gespür.“
Nun merke ich, wie er resigniert, seine Willenskraft und der Glaube an sich selbst, hier noch ein Geschäft abzuschliessen, nachlässt. Und dann kläre ich ihn auf: "Wissen Sie, was ihr Fehler war, den Sie jetzt den ganzen Abend lang gemacht haben?" Er schaut mich an und ich sage ihm: "Im Verkauf dürfen Sie unter keinen Umständen mit dem falschen Produkt beim Kunden auftauchen und insbesondere dürfen Sie schon gar nicht mit dieser „Sargdeckel-Methode“ argumentieren. Wenn Sie dem Kunden Angst machen, er verpasse etwas, dann wird er erst recht nicht kaufen. Der Kunde darf nie den Eindruck haben, dass ihm etwas verkauft wurde. Der Kunde muss den Eindruck haben, dass er etwas gekauft hat, das seinem Bedürfnis entspricht."
Tja, und am Schluss kommt dann noch eine obligate Frage von mir:
"Haben Sie schon eine Lebensversicherung für sich und ihre Familie abgeschlossen?"
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Engländer und ihre famosen Weinkenntnisse
Ich musste wegen eines Todesfalles auf meiner englischen Familienseite nach Nordengland fliegen, um dort die letzten Abschlussvorbereitungen für die Beerdigung zu treffen. Im Flugzeug - ich flog mit unserer nationalen Fluggesellschaft - wollte ich Rotwein konsumieren. Die Stewardess brachte mir ein 2.5 Deziliter-Fläschchen , mit Drehverschluss versehen, wo auf der Etikette stand: „Selection by COOP“. Nun, ich will ja nicht heikel sein, also trinke ich das Fläschchen. Sollten Sie SWISS fliegen, dann folgendes: Keiner der offerierten Weine kann man trinken, die hauen höchsten eine Metallfeder aus einer Matratze. Beim Landen in Manchester passiert in der Kabine dann zudem noch folgendes: Die Passagiere klatschen. Was soll das? frage ich mich. Ich klatsche doch auch nicht, wenn mich der Buschauffeur vom Bahnhof Rapperswil heil an die Rainstrasse bringt. Oder muss man bei dieser Airline froh sein, dass man ganz und unbeschadet unten ankommt? Nun denn, ich steige aus dem Flugzeug und möchte mir endlich einen trinkbaren Wein genehmigen, daher schlendere ich an eine der vielen Flughafenbars. Als ich die Dame hinter dem Tresen nach den Weinen im Angebot frage, kommt folgende Antwort: Red or white? Logischerweise will ich einen Roten haben, da mir Weisse nicht sonderlich gefallen. Also sage ich: „Red“ und frage, was für Roten sie haben. Antwort: „Chile, Italy, Spain and ..... hhmmm .... France.“ Ich frage erneut, da ich davon ausgehe, dass sie meine Frage nicht verstanden hat. Ihre Antwort: „Chile, Italy, Spain, France!“ Mich trifft der Schlag ab solchen Antworten, das Fräulein ist mit den Finessen nicht vertraut und da sage ich: „Ok Lady, I want to know the grapes, not the countries!“ Dass sie das nicht weiss, versteht sich von alleine, also verlange ich die Weinkarte. Und auf der Karte steht „Chile £ 1.95, Italy £ 2.30, Spain £ 1.90, France £ 2.85.“ Mannomann, das gibt's echt nicht! Nachdem ich mich wieder gefangen habe, entscheide ich mich für „France“ und bestelle nach dem ersten Schluck umgehend „Spain“, da „France“ die durchzogene Qualität einer deutschen Speckschwarte hat. Nun also „Spain“ probieren, ich rieche am Glas ...... wollen Sie es wirklich wissen, liebe Leserinnen und Leser? Ich denke nicht.
Dritter Anlauf, dieses Mal mit Chile. Aha, hier rieche ich wenigstens einen Hauch von Qualität und ich bin plötzlich irgendwie entzückt. Ich verkoste:
In die Nase leicht welker Auftakt, in die Breite geschwängerte Fruchtnoten, ein durchschnittlicher Chilene. Im Gaumen löst der Wein bei mir irgendwie einen hohen Emotionalisierungsgrad aus, er erinnert mich an meine Zeit als ich auf einem Bauernhof gewohnt habe und im Sommer dem Muni* auf der Wiese vis-à-vis zuschaute, wie es den Kühen hinterherrannte. Denn dieser Wein hier zieht an den Zungenrändern, wie ein ramliges Muni an der Leine, wenn es eine Kuh sieht. Aber was soll's, nach den ersten beiden Weinen ist das hier schon fast wie ein „bordelaiser cru“, also trinke ich weiter. Fazit: Wissen Sie, was sie was für mich „Solidarität“ ist? Solidarität ist, wenn ich mich trotz vielen Widrigkeiten zu etwas stelle. Also bin ich ein solidarischer Mensch, denn ich solidarisiere mich mit diesem Wein, trinke ihn fertig und komme zum Schluss: Der Engländer versteht so viel von Weinen, wie ich vom „Tee trinken“.
*Muni = Jungstier. Meist spricht man im Bernbiet vom Muni. Das Gegenstück dazu ist das weibliche Tier, die Kuhkalb.
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Glatt und Verkehrt Zweigelt Barrique 2005
Ich habe mir von einer meiner Weinhändlerinnen einen österreichischen Wein schicken lassen, der eine Hommage an das Musikfestival „Glatt & Verkehrt“ (www.glattundverkehrt.at) ist, das 2007 in der Kremser Sandgrube bereits zum 11. Mal statt fand. Ich lud zur Probe 4 befreundete Kampftrinker ein, welche allesamt zum Schluss kamen diesen Wein auch im Keller haben zu wollen. Leider ist bei diesem Ding das Problem, dass der Wein preislich im oberen Segment angesetzt ist (CHF 80.-- die Flasche!). Aber echte Weinfreunde lassen sich davon nicht beeindrucken und sind bereit solche stolzen Preise zu zahlen. „Glatt und verkehrt“ hat eine sehr viel versprechende, feinduftige, elegante Nase, die reinste Eichenholz-Duftorgie unterlegt mit Maulbeeren und Schwarzkirschen und perfekten Röstaromen. Nasal erotisch und ready, vielleicht etwas eindimensional wegen dem Eichenholz. Im Gaumen eine Power-Granate, zeigt eine Präsenz wie ein strammer Magnum Busen ohne BH, seidiger Trinkfluss, klingt schokoladig aus, einfach herrlich! Zum Essen reicht man am Besten Steaks, Rindsfilets oder Wildpastete. Fazit: An der Volkshochschule sollten neue Kurse eingeführt werden: Wein saufen leicht gemacht!
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Learning by drinking – in Munich
Aktuell zu haben für CHF 4'200.--
Zur alljährlichen 10 Jahres Bordeauxprobe reise ich am 13. März 2008 mit gewetzten Geschmacksnerven nach München Pasing zur Familie Eschenweck, um mit einigen Bekannten 30 Bordelaiser Edeltropfen 1998 zu verkosten. Mit dabei auch René Gabriel, welcher wie immer mit prägnantem Witz die Weine kommentiert (seine Tasting Notes entnehmen Sie bitte weiter unten --> "Bordeaux 1998: Fast genussreif, ziemlich genial, oft günstig" sowie "1998 Château MOLAMALA Cuvée exeptionelle"). Unter anderem meint er dann beim Tertre Roteboeuf, dass der Wein eine „strenge Erziehung bei der Vinifikation genossen hat“ und der Wein sich im Terroir „dreht“. Mir schleierhaft, was er damit meint. Anyhow: Dieser große Wein von François Mitjaville ist für mich jedenfalls reinster Genuss. Interessant und genauso komplex wie ein großer Burgunder regt er Geist und Gaumen an. Ein kleines, sehr feines Juwel, von dem ich an diesem Abend immer wieder probiere. Derweil René mit folgenden Bemerkungen aufwartet. Ein Mann und seine Frau gehen ins Museum, wo sie ihn fragt: „Ist das Bild da ein Miro?“ Er: „Nein, das ist ein Monet.“ Sie: „Dann ist das Bild dort ein Monet?“ Er: „Nein, das ist ein Miro!“ Sie erneut: „In dem Fall ist jenes Bild ein Chagall?“ Er: „Nein, das ….. das ist ein Spiegel!“ Oder diese Geschichte: Ein Schweizer, ein Afrikaner und ein Bayer sitzen vor dem Entbindungszimmer im Spital. Kommt der Arzt aus dem Raum und sagt: „Herzliche Gratulation, Sie sind alle Väter von gesunden Kindern geworden!“ Dann kommt die frisch gebackene Mutter in den Warteraum, nimmt das schwarze Baby auf den Arm und will damit ins Krankenzimmer gehen, worauf der Arzt sagt: „Woher wissen Sie, dass das ihr Kind ist?“ Antwort: „Solang des ned klor is, wessn Kind vom Bayer is, is des do moins!“ Ich schiebe dann auch noch einen Witz nach. Immer wenn ich an der Schweizergrenze vom Zöllner bei der Einreise gefragt werde: „Schweizer?“ antworte ich: „Nein, Eidgenosse!“ Worauf der Zöllner dann wissen will, wo der Unterschied liegt. Meine Replik: „Es gibt Eidgenossen, Schweizer und Eingebürgerte!“
So, aber nun zu den Weinen. Wir schlürfen unter anderem den bereits erwähnten Tertre Roteboeuf. Dann Pavie-Macquin / Latour / Le Boscq / Léoville-las-Cases / Mouton-Rothschild / Clos de L'Oratoire / Lafite-Rothschild / Cos d'Estournel / La Beau-Séjour-Becot / Margaux / Grand-Puy-Lacoste /Ausone / L'Eglise Clinet / Canon-La-Gaffeliere / Pétrus / Haut Brion usw usw. Wie gesagt, gefällt mir der Tertre Roteboeuf sehr gut, auch wenn er noch nicht ganz auf dem Top-Niveau ist. Hat viel Alterungspotential! Mission erinnert mich an einen bäuerlichen Grillwein, den man zu einem T-Bone Steak mit Bohnen servieren könnte. Clinet kommt daher wie ein sterbender Schwan, das im Vergleich zum Tertre Roteboeuf. Auch Pétrus kriegt - wieder wie die Jahre zuvor – nur 17.5 Punkte. Man bedenke, bei Baur au Lac kostet dieser Franzosensaft CHF 4'200.-- (die Flasche wohlverstanden). Dafür kommt schon fast dick, schwer und ölig der Léoville Poyferré mit rubenshaften, cremig-üppigen Konturen daher. Wunderschön auch der Latour. Riecht etwas fett, nach altem Leder, Torf und Kaffee, aber mit gewaltig schönem Terroir. Was die Genussreife betrifft, ist es eigentlich egal, ob man diesem Wein früher begegnet ist, heute oder in den kommenden zwanzig Jahren. Hauptsache man ist ihm begegnet! Und als Abschluss stellt der Gastgeber den 1953er Doisy Daene (CHF 1'100.--) auf den Tisch, welcher mich an dieses Trompeten-Putzmittel „La Tromba Laquer Polish“ erinnert, mit pilziger Nase und betörender, dickflüssiger Süsse. Ein Wahnsinn! René mischt dann am Schluss des Abends aus 4 Gläsern noch etwas in einem Glas zusammen, von dem ich aber nicht genau mitbekomme, was er da am mixen ist. Bei der Lösung des Rätsels ist mir dann klar, was er komponiert hat. Nachzulesen unter seiner zweiten Tasting Note weiter unten: 1998 Château MOLAMALA «Cuvée exeptionelle" Fazit: Ich frage mich, wie viele Jahre wir solche Orgien noch machen werden. Immerhin geht der Gesamtwert der verkosteten Weine in die Zehntausende. Also heisst das nichts anderes als:
"Lasst uns saufen wie die Götter, solange wir das noch können!“
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Verfasst von René Gabriel: BORDEAUX 1998, FAST GENUSSREIF, ZIEMLICH GENIAL, OFT GÜNSTIG
Man soll von einem Bordeauxjahrgang nie behaupten er wäre «ziemlich günstig». Das wirkt – angesichts der aktuellen Händlerpreise und Auktionsresultate irgendwie ironisch. Trotzdem deuten viele Merkmale beim just verkosteten 1998er darauf hin, dass dies ein sehr guter Kauf war. Oder dass man gar heute noch, nach der einen oder andern Flasche/Kiste Ausschau halten sollte…
Normalerweise zeigen sich Gesamtbordeauxproben nach 10 Jahren auf, dass die Weine des rechten Ufers (St. Emilion und Pomerol) deutlich reifer sind als jene des Médoc's oder jene von Pessac-Léognan. In der Blindverkostung in München, die von Weinfreund Ernst Eschenweck organisiert wurde, wiesen aber nicht wenige Weine die an der Garonne oder Gironde entstanden gleich viel Reifenoten auf wie jene Châteaux deren Rebberge sich in der Nähe der Dordogne befinden. Höhepunkte gab es in allen Appellationen. Grundsätzlich bieten rund drei Viertel aller Bordeaux 1998 ersten Genuss. Bei der Lancierung genoss dieser Jahrgang weniger Akzeptanz als 1995, 1996 und der später folgende 2000er. Die Preise lagen nur leicht über dem zu teuer gehandelten, bescheidenen Jahrgang 1997 und in der späteren Folge waren die teuersten nur halb so teuer wie der Jahrtausendjahrgang 2000. Der grösste Run konzentrierte sich auf die hoch gejubelte Appellation Pomerol. Denn hier proklamierten die Weinkritiker einen ganz grossen Jahrgang, was sich bei Nachverkostungen und auch an dieser Münchnerprobe immer wieder bestätigt hat. Doch Pomerol ist mit 750 Hektaren und relativ kleine Weingütern, die in der Regel etwa nur 10 % so viel Erntemenge liefern wie die Châteaux im Médoc, ein burgundisches Bijou. So schlugen sich die Pomerolfans bereits bei den Subskriptionen die Köpfe ein und somit sind hier die Preissteigerungen am Gewaltigsten. Der Le Pin konnte, sofern man ein paar Flaschen kriegte, zu 650 Franken kaufen. Heute wird auf Auktionen rund 3500 Franken hingeblättert. Der absolute Blue-Chip ist der wohl absolut beste Wein des Jahrganges. Der Château Pétrus steigerte sich von anfänglich 480 Franken auf sagenhafte 4200 Franken. Tendenz: steigend! Doch lassen Sie sich von diesen spektakulären Resultaten nicht frustieren, denn auch sonst eher bescheidene Pomerols profitierten von den einzigartigen Wetterkonditionen und somit ist fast Alles gut – aber nicht alles unerschwinglich. Und Eines noch zum Schluss. Normalerweise verkoste ich die Weine nur und trinke dann etwas anderes, reiferes. Aber viele dieser 98er zeigten sich so schön, dass man(n) Lust hatte vom einen oder anderen noch recht grosse Schlucke «nachzudegustieren». Diesmal befand sich also nach der Degustation und dem anschliessenden Nachtessen der Spucknapf im Innern des Verkosters.
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Verfasst von René Gabriel: 1998 CHÂTEAU MOLAMALA «CUVEÉ EXEPTIONELLE»
Diesem Wein werden Sie wohl nie im Leben begegnen...
Die Farbe ist dunkel, satt, leicht trüb, also kein Gewinn gegenüber seinen Einzelteilen. Die Nase wirkt warm, komplex, dicht, würzig, weist mehr Tiefgang wie Frucht aus, die Röstnote eine Puzzleteiles dominiert, ebenso die Süsse des gleichen Teiles. Der Gaumen wirkt streng und zeigt massive Tannine, der Wein selbst scheint ein grossartiges, geduldiges Potential aufzuweisen. Die Gerbstoffprägung ist aber sehr dominant und deckt alle möglichen Aromen zu. Also ist die Summe der einzelnen Komponenten nicht so gut, wie jeder für sich. Und jetzt lüfte ich das Geheimnis vom 98er MO-LA-MA-LA. Es handelt sich um je einen Viertel Mouton, Latour, Lafite, Margaux und Latour. Nachdem wirklich niemand mehr Lust verspürte die Resten in den Flaschen nach der grossen Münchner-Probe auszutrinken, standen diese besagten Flaschen vor mir und erlaubte mir den Scherz hier einen königlichen Blend zu versuchen. Doch das Experiment ging in die Hosen. Vielleicht hätte ich noch etwas Cheval-Blanc dazu schütten sollen.
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